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Wer an grünen Tee denkt und gleichzeitig an die enormen Umweltprobleme Chinas, gerät sicherlich in Versuchung,dieses Thema als hoffnungslosen Fall abzutun und sich anderswo nach Alternativen umzusehen.
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Und doch entwickeln sich gerade dort Initiativen, die vielversprechend sind. Voraussetzung dafür sind zwei Dinge: Persönlicher Einsatz von Menschen vor Ort und eine unabhängige Kontrolle nach den Vorgaben der EG-Richtlinie 2092/91 für biologischen Landbau.
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Der erste Punkt wird erfüllt durch Herrn Wu. Er ist gelernter Imker und einer der Pioniere für biologischen Teeanbau in China. Während der Kulturrevolution überlebte er zusammen mit seiner Frau in den Wäldern und ernährte sich von Honig und wilden Früchten. Anschließend schlug er sich als Straßenmusikant und Landarbeiter durch, bis er seine Chance bei der allgemeinen Liberalisierung bekam. |
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Im Jahr 1994 reiste er nach Deutschland und suchte erste Kontakte auf der Bio-Fachmesse in Nürnberg. Dort traf er auf Mitarbeiter einer großen Tee-Importfirma aus Bremen.
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Erst bei dieser Gelegenheit erfuhr er von den bürokratischen und praktischen Schwierigkeiten, die biologischer Landbau beinhaltet.
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An dieser Stelle kommt nun die "Gesellschaft für Ressourcenschutz" (GFRS) in Göttingen ins Spiel. Die GFRS befasst sich weltweit mit der Zertifizierung von Öko-Projekten, damit diese den hiesigen Vorschriften entsprechen. Auf unserer Reise begleitete uns Herr Dr. Ludger Boldt, der die entsprechenden Inspektionen zusammen mit Mitarbeitern der chin.Behörde OFCD vornahm. In Zukunft ist geplant, das diese Behörde unabhängig arbeitet und die Inspektionen selbst vornimmt.
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Der Beginn unserer Reise war in Houngzhou, der Heimat des berühmten Drachenbrunnentees (Lung Ching) ca.2 Autostunden von Shanghai entfernt. Seit 1996 wird auf der Wuyi-Farm kontrolliert biologischer Tee angebaut. Die Produktion ist reine Handarbeit. Nach dem Pflücken der drei obersten Blätter wird der Tee in beheizten Woks gedämpft und getrocknet. Dieser Vorgang wird einige Male wiederholt. Dann ist der Tee fertig. Weiterreise über abenteuerliche Wege nach Wujyuan, eine Stadt von der Größe Hildesheims. Sie ist die Heimat von Herrn Wu. Bereits seit vier Jahren wird hier Tee in dieser besonderen Qualität hergestellt. Herr Dr.Boldt hat nichts auszusetzen. Am Abend besucht uns die stellvertretende Bürgermeisterin von Wujyuan, Frau Yu Jing Hong. Sie bekommt eine Broschüre über die Stadt Hildesheim geschenkt. |
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Gegen Ende der Reise besuchen wir Nanking, die drittgrößte Stadt Chinas in deren Umgebung sich auch viele Teegärten befinden. Der Besuch dient mehr der Wegbereitung für Herrn Wu, der andere Teepflanzer von der Notwendigkeit des biologischen Teeanbaus überzeugen will. Die chinesischen Begleiter sind deshalb besonders stolz, auch hier einen Termin beim stellvertretenden Bürgermeister bekommen zu haben. Die örtliche Presse und Fernsehen sind dabei und der Bürgermeister kann sich freuen: auch er bekommt eine Broschüre über Hildesheim überreicht. Als Fazit wäre zu sagen: Zwar steckt der biologische Anbau in China noch in den Kinderschuhen, umso wichtiger aber ist seine Unterstützung durch uns. Die Qualität vieler Nahrungsmittel ist in China leider durch die hohe Umweltbelastung sehr schlecht, sodass der Schritt hin zum biologischen Anbau auch ein Beitrag zum Umweltschutz ist. |